Samstag, 6. Juli 2013

Was ich als Kind werden wollte

und was nun aus mir geworden ist.

Schon seit unserer frühsten Kindheit werden wir von der Frage nach der Berufswahl umzingelt. Nie entkommen wir ihr, sie liegt jederzeit im Raum und lauert auf uns. Wir sind von der Gesellschaft zur frühzeitigen Planung gezwungen, denn ein langes Leben will finanziert werden.

Kindheit

Entgegen den Erwartungen meiner Familie wollte ich als Mädchen keine Prinzessin werden. Ich habe Kleider wie die Pest gehasst. Wenn ich gezwungen wurde eins anzuziehen, schrie und weinte ich. Mit Puppen gespielt habe ich nie. Aber mit meinen Kuscheltieren, sie waren mein ein und alles. Genau so, wie alle Katzen, mit denen ich aufwuchs. Es gab nie eine Zeit, in der wir weniger als zwei hatten. So wurde mein erster Berufswunsch "Tierärztin".

Insgeheim wollte ich aber tief in mir drin etwas ganz anderes sein, was sich in meinen Träumen wiederspiegelte... Ich wache auf, mir ist schwindelig. In der verschwommenen Umgebung um mich herum zeichnen sich Bäume und ein Trampelpfad ab. Ich liege auf dem Boden, eine schlammige Pfütze neben mir. "Hallo, wach auf!", jemand rüttelt an meinem Arm. Es ist ein Junge. Seine Basecap verhüllt die Hälfte seiner wild abstehenden schwarzen Haare.
Ich weiß nicht wo ich bin, geschweige denn wer ich bin. Der Junge reicht mir etwas Wasser und zieht mich dann mit einem kräftigen Ruck wieder auf die Füße. "Wie heißt du?", fragt er mich. Ich kann nicht antworten. Wir gehen ein Stück, bis wir an einem Haus ankommen. Der Junge nimmt mich mit hinein und schildert seiner Mutter die Situation. Sie beschließen mich aufzunehmen, bis sich alles aufgeklärt hat.
Die Stadt in der sie wohnen, nennt sich Alabastia ... und so beginnt ein Abenteuer!

Jugend

Nach einem Traum fing ich an diesen aufzuschreiben, führte ihn fort. Eine spannende Geschichte entand. Liebend gerne hätte ich sie zu Ende geschrieben, aber der Wunsch Autorin zu werden, verflüchtigte sich so schnell, wie er auch gekommen war.
Dann herrschte pure Ahnungslosigkeit, doch die Bewerbungsübungen in der Schule begannen. Unter anderem besuchten wir mit der Schulklasse einen Berufsnavigator, wo erstellte Stärkeprofile mit Berufsprofilen abgeglichen wurden und einem so Berufe aufgezeigt wurden, die zu einem selbst passen. Der Beruf, der am besten zu meinem Profil passte, war der des Hörgeräteakustikers, danach kam unter anderem der Beruf meines Vaters: Sozialversicherungsfachangestellter. Unter den gesamten TOP10 sprach mich nur ein Beruf überhaupt an: Mediengestalterin für Digital und Printmedien.
Dank dieser Erkenntnis und langer Tätigkeit in der Jugendarbeit meiner Stadt stand zumindest schon einmal fest: Soziales und Kreatives sind meine Bereiche. Leider gab es im gesamten Umkreis keine Firma, die zum Mediengestalter ausbildete, damit war dies für mich gestorben und der Wunsch noch ein Abitur zu erreichen machte sich breit. Ich stieß auf das Angebot einer Berufsschule in meiner Nähe. Dort konnte man parallel zum Abitur auch eine Ausbildung zur Erzieherin machen - in nur 3 Jahren. Im Anschluss ein Anerkennungsjahr.

Volljährigkeit

Im Sommer 2012 habe ich mein Abitur und die Ausbildung abgeschlossen. Nun war ich staatlich geprüfte, aber nicht staatlich anerkannte Erzieherin. Selbstverständlich stand lange davor schon wieder die Frage im Raum: "Was dann?". Für mich war trotz sehr toller und wichtiger Erfahrungen in der Ausbildung klar: Das ist es nicht. Nicht wirklich. Ich entschied das Anerkennungjahr nicht zu machen, mich zog es in den kreativen Bereich und ich hatte vor "Grafik- und Kommunikationsdesign" zu studieren.  Beim ersten Bewerbungsversuch versagte ich kläglich. Vorallem bei meinen Eltern stieß dies nach vorherigem Auszug aus dem Elternhaus nicht auf gute Miene und so begann eine sehr schwierige Zeit mit viel Streit und Aussichtslosigkeit.
Ich besuchte einige Monate eine Kunstschule zur Studienvorbereitung, dies frustrierte mich aber noch mehr, da es sich nicht als besondere Hilfe herausstellte. Ich began mich alleine auf die nächste Bewerbungsrunde vorzubereiten. Dank einer Handverletzung musste ich diese aussetzen.
Die letzten drei Monate arbeitete ich intensiv an meinen Zeichenkünsten und der Bewerbungsmappe und siehe da: die Mühen haben sich ausgezahlt. Im September beginne ich mein Studium und freue mich unbeschreiblich auf diesen neuen Lebensabschnitt.


Gestern schrieb Sara bereits über Ihre Kindheitswünsche und morgen könnt Ihr erfahren, wie es Genya erging.


Kommentare:

  1. Mh, schwierige Frage. Hast du schonmal die "Kühlfach-Variante" versucht? Einfach die lackierten Nägel mal so ne gute Minute ins Kühlfach halten, das härtet die recht gut aus. Ich selbst hab das Problem (Thank God) nicht.

    Deinen ersten Berufswunsch kann ich so gut nachvollziehen - wollte damals auch unbedingt Tierärztin werden. Dieser Wunsch änderte sich als wir unsere damalige Hündin einschläfern lassen mussten, das hätte ich nie selbst geschafft - bei keinem Tier.

    Und herzlichen Glückwunsch zum Studienplatz! Nach all den Strapazen freut es einen sicher umso mehr :) <3

    AntwortenLöschen
  2. Dann wünsche ich dir mal viel Glück bei der neuen Ausbildung =) Ich bin mit meinem Studium sehr glücklich, hab es jetzt auch fast abgeschlossen, aber ich halte mir trotzdem ein zweites Standbein offen, man kann ja nie wissen... =)

    AntwortenLöschen
  3. Ich finde es immer sehr interessant solche Kinderwünsche zu lesen, ich wollte früher immer Model werden.. :D Bloß dass dieser Traum sowieso nie in Erfüllung gehen konnte, da ich nicht mal die 1.60m geknackt habe. Dannach wollte ich witziger weiße auch Autorin werden und vor ein paar tagen habe ich ebenfalls einen Berufsnavigator gemacht und ich fand das ganze sehr hilfreich, bei mir kam sogar Germanistin raus ;D Aber ich fand Grafikdesign am interessantesten.. Naja ich habe noch 2 Jahre bis zum Abi.
    Dir wünsche ich viel Erfolg bei deinem Studium und herzlichen Glückwunsch zum Platz :)

    AntwortenLöschen
  4. Das du als Kind keine Prinzessin sein wolltest überrascht mich :D Aber ich habe auch lieber mit meinen Kuscheltieren gespielt als mit meiner Barbie
    Liebe Grüße
    Fay

    AntwortenLöschen
  5. Machst du denn eigentlich mit deiner Erzieher-Ausbildung noch etwas oder hast du das dann völlig abgehakt?
    Liebe Grüße
    Angi ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich sage es mal so: Ich halte es mir offen.
      Liebend gerne würde ich später im Beruf das Soziale und Kreative miteinander verbinden.

      Löschen
  6. Ich hab' auch nie mit Puppen gespielt, die waren mir immer unheimlich. :D Tierärztin wollte ich auch werden. :) Viel Erfolg im Studium!! :)

    AntwortenLöschen
  7. Autorin wollte ich auch immer schon werden *g*
    Viel Erfolg bei deinem Studium. Geile Studienrichtung, definitiv! Kreative Berufe finde ich ohnehin am schönsten

    AntwortenLöschen
  8. ICh liebe solche Posts. Wiklich interessant. Ich bin auch schon dauernt am überlegen was ich machen soll.

    LG Mary
    von: http://rosenmeerkind.blogspot.com

    AntwortenLöschen
  9. Hey =)
    ich bin grad auf euren Blog gestoßen und ich glaube ich finde ihn interessant :P
    wäre mega wenn du mal zeigen könntest was du so in die mappe genommen hast !?
    möchte noch ne 2. ausbildung machen und dass eben als grafikdesigner und bin mir unendlich unsicher und auch überhaupt noch nicht sicher ob ich das will!

    liebe grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wir können gerne mal näher etwas dazu schreiben und auch unsere Mappen zeigen, wenn du möchtest ;)

      Löschen